Warum tötest du, Zaid?

Jürgen Todenhöfer beschreibt in seinem Buch “Warum tötest du, Zaid” den Kampf des irakischen Widerstands. Antriebsfeder dafür ist oft Vergeltung für Leiden in der Familie, vor allem wenn ein Familienmitglied umgebracht wurde. 

Die mutige Reise wird spannend beschrieben, die amerikanische Seite als Täter deklariert. Schliesslich haben die Amis den Irak besetzt, zahlreiche Kriegsverbrechen begangen und sich mittlerweile zurückgezogen. 

Ist der Irak stabil? Noch gelangen Flüchtlinge nach Europa, zurückgeschickt wird niemand. «Kein Wunder, Sicherheit und politische Freiheit könnten ihnen dort nicht garantiert werden.» Der Irak ist nach Jürgen Todenhöfers’ Meinung ein Spielball der amerikanischen Seite gewesen. 

Um mit Hilfe des Iraks den Iran anzugreifen, dazu wiederum ist der Irak gut genug gewesen. Der Angriff in Kuwait hat zur Verarmung geführt, und später ist Saddam Hussein zum neuen Hitler im nahen Osten hochstilisiert worden. Die unzähligen Toten, das Aufkommen des IS, das alles sieht Jürgen Todenhöfer als eine Folge der amerikanischen Politik.

Was hat die amerikanische Seite daraus zwischenzeitlich gelernt? Sollte es weiterhin «den Weltpolizisten» spielen?

Wie geht es nun weiter im Irak? Ich habe im Buch von Jürgen Todenhöfer nur die ersten 100 Seiten gelesen. Jedenfalls haben sich danach die meisten Schicksale in Konfliktgebieten wiederholt (ähnliche Wiederholungen, wie jener hier oberhalb beschriebene Verlauf der Geschichte). Jürgen Todenhöfer hat eine «Gerechtigkeitspartei» gegründet. Meiner Meinung nach bräuchte es ebenso eine «Barmherzigkeitspartei».

Und wir sollten dem Irak dazu verhelfen, wieder eine attraktive Reisedestination zu werden. 

Irak, stabil genug für die Schweiz!

Bundesrat Ignazio Cassis hat im April 2021 den Irak bereist. Der Besuch soll helfen, die Strategie des Bundesrats für die Region MENA umzusetzen. Ziel ist eine Aussenpolitik, die Diplomatie, Wirtschaft, Humanität und Frieden fördert. Der letzte Besuch im Irak seitens eines Bundesrats geht auf das Jahr 1979 zurück. 

Jetzt soll die Botschaft in Bagdad wieder eröffnet werden. Die vielen jungen Menschen brauchen Perspektiven. Der Aussenminister begleitet von zwei Parlamentariern will die jungen Menschen treffen.

Zu den Eindrücken der Reise habe ich wenig erfahren. Deswegen habe ich einen Parlamentarier angeschrieben.

Es ist sicher ein Schritt, der Hoffnung versprüht. Internationale Zusammenarbeit kann uns alle voranbringen. Länder wie der Irak müssen den Menschen dort eine Zukunft. Fliehen die jungen Menschen zu uns, gibt es mehr Verlierer, als wenn in der Heimat ein tragfähige Existenz aufgebaut wird.

Die CHF 80 Millionen, welche als Hilfe in den Irak geflossen sind, können lediglich Anreize setzen. Eine Weiterbildung wird bestimmt, denn viele gut qualifizierte Fachleute haben das Land verlassen. Vier Millionen Menschen sind im Irak auf humanitäre Hilfe angeweisen.

Einem irakischen Wasserspezialisten würdigt der ehemalige Präsident vom Kreuz, Jakob Kellenberger. Dessen Biographie habe ich vor kurzen gelesen. Ein Anschlag auf dem Sitz in Bagdad hat die Arbeit gestoppt.

Mit der Initiative «Blue Peace» wolle die Schweiz die Zusammenarbeit der Länder in der Region mit Blick auf eine gemeinsame Bewirtschaftung der Wasserressourcen fördern. Dafür braucht es Spezialisten. Ausbildung von jungen Menschen ist ein ganz wichtiger Faktor, verbunden mit Anreizen im Land zu bleiben

Irak, bring den Frieden!

Irak hatte mit Saddam Hussein ein Diktatur, die sich in Kriege verwickelt, man erinnere sich an den Angriff auf den Iran oder Kuwait . Auch im Land ist die Regierung hart gegen die Bevölkerung vorgegangen, wie mit dem Giftgasangriffen. Ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak führte zu viel Leid bei der Zivilbevölkerung, viele Kinder sind daran gestorben.

Die Amerikaner haben das Land angegriffen, sich im Land stationiert und ein Desaster hinterlassen. Die Regierung konnte die Spannungen ausgleichen, nun wollte die Mehrheit der Schiiten Einfluss gewonnen und geht auf den Nachbarn Iran zu, gleichzeitig laviert es mit Saudi Arabien und den fragilen Frieden zu bewahren.

Noch ist das Land unsicher, es befindet sich auf dem Weg zum Frieden. Der ist für die Menschen wichtig. Die Leiden müssen überwunden, es geht in eine Zukunft aufzubrechen. Ich wünsche mir, dass dies in nächsten Jahren gelingt.